Schwarzgrab

Der Auftrag war klar. Und einfach. Dieb aufspüren, Diebesgut zurück bringen (irgendwelche Papiere) und dann Gold kassieren. Das sollte der Muskelprotz neben mir auch alleine auf die Kette bekommen.

Wir mussten auch nur 5 Straßenräuber aufmischen, um an die Info zu bekommen, wo wir Dieb und Diebesgut finden würden. Im Schwarzgrab also. Dort angekommen schlug uns bestialischer Gestank entgegen, dagegen roch der Barbar nach Veilchen. Unten angekommen trafen wir auf ein paar Banditen, na das sah nach Spaß aus. Der Plan, den ich mir zurecht gelegt hatte, war einfach: der Muskelberg stürmt nach vorne, so dass alle Verbrecher auf ihn einprügeln würden. Mit der Ratte und der Hübschen würde ich ihnen genug Schmerzen zufügen, dass sie freiwillig sterben würden. Das hätte ich nur vielleicht deutlicher kommunizieren müssen, denn dieser Hohlkopf konzentrierte sich darauf, von den Banditen wegzuspringen und diese stürzten sich auf die Schurkin. Ich kramte etwas hektisch in meinen technischen Pflastern und hielt das Mädel am Leben. Es war Arbeit, echte Arbeit, aber irgendwann waren sie tot. Von den Dokumenten und dem Dieb keine Spur. Verdammt, das fing ja gut an, und nun mussten wir weiter in dieses stinkende Loch.

Auf der anderen Seite der Türe erwarteten uns weitere Banditen (da musste ein Nest sein, schlimmer als Ratten, echt!) und wieder hatte ich das Gefühl, die Granaten und guten Spielsachen umsonst mitgebracht zu haben. Denn wieder durfte ich vor allem hydrothermische Pflaster anlegen und Blitzwundverbände auf die prallen Muskeln legen. Wenn das so weitergehen würde, dann könnte ich meine Lederkluft gegen eine Krankenschwesteruniform … ach, lassen wir das.

Nachdem auch dieser Raum von Leichen und Blut durchtränkt war, sahen wir ein, dass wir noch weiter gehen mussten. Zur Abwechslung warteten Skelette auf uns, das war aber die einzige Abwechslung. Der Barbar sprang weiter wie ein Kaninchen zwischen den Gegner rum (was glaubt der eigentlich, wie lang meine Arme sind, um ihn am Leben zu halten?!) und die Schurkin sammelte erst mal alles ein, was glitzerte. Die Rätin erwies sich zwar als erstaunlich clever und brauchbar, hielt aber wenig aus und war dann auch irgendwann erschöpft. Legte sich schnarchend neben den Barbaren, den ebenfalls die Kräfte verlassen haben und dem ein dünner Sabberfaden aus dem Mundwinkel hing, als er sich mitten in die Skeletthaufen legte.

Zum Glück hatte sich die Schurkin irgendwann die Taschen genug vollgestopft und besann sich auf unseren eigentlichen Auftrag. Gemeinsam bündelten wir unsere letzten Energien, Hinterhältigkeiten und technischen Finessen und machten dem letzten Banditen den Garaus!

Wir wühlten uns durch den stinkenden, triefenden Haufen aus toten Banditen, zerfallenen Skeletten, schoben den miefenden Barbaren zur Seite, pieksten die Rättin mehrmals in die Seite und stellten fest, dass die gestohlenen Dokumente und der Dieb hier nicht anzufinden waren. Verdammter Mist, wir mussten also weiter hinein in diese Katakomben. Meine Fleischtasche bahnte sich beim Gedanken daran den Weg Richtung Magenausgang, während meine Füße Richtung Grabausgang wandern wollten und mein Verstand mir sagte, dass es wohl so schnell keinen Ausgang geben würde!

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